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Kleine Weihnachtsgedichte

Die Tage werden kürzer und Weihnachten steht vor der Tür. Also Zeit für einen Adventskalender. Denn was gibt es schöneres, als seinen Lieben eine Freude zu machen?! Also könnt Ihr nun jeden Tag bis Weihnachten hier bei mir eine kleine Sache, die mir in der Adventszeit wichtig ist sehen und lesen. Ich hoffe Ihr habt eine wunderschöne Adventszeit.

Heute ist der 24. 12. und somit gibt es heute das letzte Türchen von meinem Adventskalender. Ich möchte Euch heute ein paar kleine Gedichte zu Weihnachten Vorstellen.

In unserer Familie war es immer so, dass wir Kinder etwas vorführen mussten, bevor wir Geschenke bekamen. Wir haben kleine Theaterstücke aufgeführt, gesungen, Instrumente gespielt und natürlich Gedichte vorgetragen. Einige dieser Gedichte möchte ich Euch heute vorstellen.

Advent, Advent, ein Lichtlein Brennt

Advent, Advent,

ein Lichtlein brennt.

Erst ein, dann zwei,

dann drei, dann vier,

dann steht das Christkind vor der Tür.

Und wenn die fünfte Kerze brennt,

dann hast du Weihnachten verpennt!


Lieber, guter Weihnachtsmann

Lieber, guter Weihnachtsmann,
zieh die langen Stiefel an,
kämme deinen weißen Bart,
mach‘ dich auf die Weihnachtsfahrt.

Komm‘ doch auch in unser Haus,
packe die Geschenke aus.
Ach, erst das Sprüchlein wolltest du?
Ja, ich kann es, hör mal zu:

Lieber, guter Weihnachtsmann,
guck mich nicht so böse an.
Stecke deine Rute ein,
will auch immer artig sein!


Denkt Euch, ich habe das Christkind gesehen

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Walde,
das Mützchen voll Schnee,
mit rotgefrorenem Näschen.
Die kleinen Hände taten ihm weh,
denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her.

Was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihre Naseweise,ihr Schelmenpack –
denkt ihr, er wäre offen der Sack?
Zugebunden bis oben hin!
Doch war gewiss etwas Schönes drin!
Es roch so nach Äpfeln und Nüssen!

(Anna Richter)


Weihnachten

 

Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so friedlich aus.
 
An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderlich beglückt.
 
Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld,
hehres Glänzen, heil´ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!
 
Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schnees Einsamkeit
steigt´s wie wunderbares Singen -
o du gnadenreiche Zeit!
 
(Joseph von Eichendorff)

Geister der Weihnacht

 

Der Geist der Weihnacht sprach zu mir:
“Nun sage mir, was wünscht du dir?”
“Ach, Geist der Weihnacht”, wollt ich sagen,
“ich wünsche mir an allen Tagen,
dass Frieden hier auf Erden sei.
Das Leben ist so schnell vorbei.”
 
Der Geist der Weihnacht sprach zu mir:
“Nun sag mir doch, was wünscht du dir?”
“Ach Geist der Weihnacht”, wollt ich sagen,
“ich wünsche mir an allen Tagen,
dass Liebe in den Herzen sei.
Das Leben ist so schnell vorbei.”
 
Der Geist der Weihnacht sprach zu mir:
“Nun sag doch Kind, was wünscht du dir?”
“Ach Geist der Weihnacht”, sprach ich dann,
ich wünsch mir eine kleine Tann,
ganz bunt geschmückt und obenauf
setz bitte einen Engel drauf.”
 
“Der singen kann von Fried und Schmerzen
und von der Liebe in den Herzen,
der fliegen kann zum Himmelszelt
und lächelnd in die ganze Welt
die Botschaft trägt vom Christuskind
zu allen, die so traurig sind!”
 
(I.Kunath)

Die Weihnachtsmaus

Die Weihnachtsmaus ist sonderbar –
sogar für die Gelehrten.
Denn einmal nur im ganzen Jahr
entdeckt man ihre Fährten.

Mit Fallen und mit Rattengift
kann man die Maus nicht fangen.
Sie ist, was diesen Punkt betrifft,
noch nie ins Garn gegangen.

Das ganze Jahr macht diese Maus
den Menschen keine Plage.
Doch plötzlich aus dem Loch heraus
kriecht sie am Weihnachtstage.

Zum Beispiel war vom Festgebäck,
das Mutter gut verborgen,
mit einem mal das Beste weg
am ersten Weihnachtsmorgen.

Da sagte jeder rundheraus:
Ich hab´ es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen.

Ein andres Mal verschwand sogar
das Marzipan von Peter;
Was seltsam und erstaunlich war.
Denn niemand fand es später.

Der Christian rief rundheraus:
ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!

Ein drittes Mal verschwand vom Baum,
an dem die Kugeln hingen,
ein Weihnachtsmann aus Eierschaum
nebst andren leck`ren Dingen.

Die Nelly sagte rundheraus:
Ich habe nichts genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!

Und Ernst und Hans und der Papa,
die riefen: welche Plage!
Die böse Maus ist wieder da
und just am Feiertage!

Nur Mutter sprach kein Klagewort.
Sie sagte unumwunden:
Sind erst die Süßigkeiten fort,
ist auch die Maus verschwunden!

Und wirklich wahr: Die Maus blieb weg,
sobald der Baum geleert war,
sobald das letzte Festgebäck
gegessen und verzehrt war.

Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus,
– bei Fränzchen oder Lieschen –
da gäb es keine Weihnachtsmaus,
dann zweifle ich ein bißchen!

Doch sag ich nichts, was jemand kränkt!
Das könnte euch so passen!
Was man von Weihnachtsmäusen denkt,
bleibt jedem überlassen.

(James Krüss)


Ich wünsche Euch allen einen wunderschönen Heilig Abend und tolle Weihnachtstage mit Euren Lieben.

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